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Vatersein - Mein einziger Fehler ist, dass ich nicht Mama bin

Papa beim Kinderabholen? Eine Produktenttäuschung. "Ich bin mit meinem Rollendenken im 21. Jahrhundert angekommen, aber im Kopf meiner Vierjährigen ist es 1950."

Aber das gibt sich ;-) Und so ganz haben wir es ja noch nicht drauf.

 

Manuskripteinsendungen – warum denn nicht? – CulturBooks

Jetzt habe ich es auch verstanden.

Es stimmt, dass in vielen Verlagen die unverlangt eingesandten Manuskripte meist gar nicht gelesen werden. Manchmal vielleicht vom Praktikanten oder der Praktikantin. Wobei ich es meinen Praktikantinnen nicht zumuten wollte, sich damit eingehend zu befassen. Warum nicht? Weil die Erfahrung gezeigt hat, dass die allermeisten Einsendungen sich nicht lohnen. Qualitativ, inhaltlich, formal, da kann es viele sehr unterschiedliche Gründe geben. Ich werde immer gefragt: War denn wirklich noch nie etwas dabei, das sich gelohnt hätte? Tatsächlich werfen wir zumindest einen kurzen Blick auf alles, was man uns schickt (meist reicht ein kurzer Blick, um zu wissen, ob sich das Weiterlesen lohnt), und ich habe mir nun die Mühe gemacht, den Prozentsatz der Texte auszurechnen, die unter den unverlangten Einsendungen tatsächlich von uns verlegt wurden: 0,2%.

 

Ein Land wird stumm

Danke. Ich bin kein Fan der Autorin, aber wo sie Recht hat...

Deniz' Haft beschämt mich oft. Ich habe keine plausible Erklärung dafür. Die anfängliche Empörung steigerte sich in Zorn, wurde zur Trauer und endet nun in Scham. Mich beschämt, dass er und viele andere in eine Situation geraten sind, in der sie sich gezwungen fühlen, sich ihn ihren Briefen aus dem Gefängnis bei Menschen bedanken zu müssen, die sich für sie einsetzen. Vielleicht aber ist es andersherum. Die in Freiheit leben, profitieren vom Kampf derjenigen, die sich für die Freiheit interessierten und dafür einen hohen Preis zahlen. Nicht sie haben zu danken. Ich danke.

Mely Keyak, Zeit Online

 

Leo und Gutsch: Ich bin der ostdeutsche Mann | Berliner Zeitung

Selten so gelacht. Ich bin austherapiert.

Ich schreibe diese Zeilen als Betroffener. Ich bin seit meiner Geburt ein ostdeutscher Mann. Für meine Mutter war das nie leicht, zumal auch mein Bruder trotz aller ärztlichen Bemühungen ein ostdeutscher Mann wurde. Als Kind saugte ich an den giftigen Milchbrüsten der Diktatur, und wenn ich heute, 27 Jahre nach Ende der DDR, das Wort „Demokratie“ schreiben möchte, verkrampft sich meine Hand wie bei einem Erstklässler und dann steht da plötzlich: „Ausländer raus!“. Es ist eine Art Ost-Tourette-Syndrom.

In der Berliner Zeitung las ich, dass der ostdeutsche Mann sich zuweilen „Waffen und Camouflageanzüge“ kauft und von „Ordnung und Führung“ träumt. Das erschien mir stark übertrieben, ja geradezu klischeehaft. Aber dann schaute ich in meinen Kleiderschrank und sah dort zehn Camouflageanzüge neben einem Haufen frischpolierter Schnellfeuerpistolen!

Bei Zeit Online las ich einen Artikel mit der Überschrift „Wer ist der ostdeutsche Mann?“ Es klang, als würden sie den Yeti suchen, oder das Ungeheuer von Loch Ness. Fast wäre ich in die Redaktion gefahren und hätte gesagt: Huhu, da bin bin ich! Aber man weiß nie, wie Menschen reagieren, die noch nie einen ostdeutschen Mann getroffen haben.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/28512012 ©2017 - Berliner Zeitung vom 30.09.2017

 

Tom DeMarco - Der Termin

Ein Roman über Projektmanagement.

Das ist etwas, was ich einfach nicht verstehen kann, obwohl einige Firmen es sogar zur Unternehmenspolitik erheben: Sie reißen Teams aus Prinzip auseinander, sobald ein Projekt abgeschlossen ist. Meiner Meinung nach ist das ausgemachter Schwachsinn! Ein gut funktionierendes Team gehört zu den wichtigsten Projektergebnissen. Man sollte Manager am Ende nicht nur nach der Software beurteilen, die er produziert hat, sondern auch danach, ob er mindestens ein gutes, solides Team aufgebaut hat, das darauf brennt, in einem neuen Projekt zusammenzuarbeiten.

Tom DeMarco: Der Termin. München, 2007, S. 76

 

Marc Elsberg: Zero – Sie wissen, was du tust

"Kurz gesagt, es gibt keine neutralen Suchergebnisse. Dasselbe gilt für die meisten Ergebnisse und Empfehlungen im Internet. Wir reden daher nicht von Informationsfreiheit, sondern von Informationsfilterung. Nichts davon ist wirklich neutral. Warum auch? Das Internet ist ja keine neue Welt, sondern ein weiterer Teil unserer bisherigen. Da wird genauso getrickst und betrogen, verheimlicht, enthüllt und entblößt, manipuliert und intrigiert, verehrt und verhöhnt, gehasst und geliebt wie woanders auch." Er zuckt mit den Schultern. "Bloß von viel mehr Menschen und viel schneller als frührer. Einen Dienst im Internet in Anspruch zu nehmen ist, als würdest Du in einer fremden Stadt einen Taxifahrer bitten, dich in ein gutes Hotel zu bringen. Im besten Fall tut er das. Im zweitbesten bringt er dich zu einem, das er für gut hält... Und in den meisten Fällen bringt er dich in das Hotel seines Cousins."

Marc Elsberg: Zero. Sie wissen, was Du tust. München, 2014, S. 193

 

Weniger Social Media, mehr Mensch

Der Gedanke dahinter ist nämlich, dass ich auf diesem Weg mehr Content sehe der mich wirklich interessiert und der erstklassig ist – Klasse statt Masse – und nicht zwischen irgendwelchen Werbeanzeigen und Algorithmen verblasst. Außerdem erhoffe ich mir durch das Folgen von Blogs, dass damit das emotionale Gejammere und Gemeckere was aus der vermeintlichen Anonymität dieser Netzwerke hervorgeht, zu umgehen. Meiner Erfahrung nach schreiben Blogger viel meist sachlicher und sehr viele stecken viel Arbeit in ihre Beiträge, dass sollte dazu führen das oben angesprochene zu sieben.

Rene möchte mehr seinen RSS-Reader nutzen. Recht hat er. Weniger Gejammere und mehr als 140 Zeichen.

 

DD299: Innovationsinszenierung (August 2017) - Omnisophie

Sind die Mitarbeiter, was Innovationen betrifft, eingebunden?“ – „Natürlich, wir haben sie alle gezwungen, neben ihrer Arbeit einen halbtägigen Kurs in Design Thinking zu absolvieren, damit sie sehr gute Ideen produzieren, die dem Kunden gefallen. Das gibt ein gutes Gefühl, den Kunden einmal kurz verstanden zu haben. Deshalb ist der Design Think Kurs als Incentive gedacht. Es gibt gutes Essen, die Mitarbeiter fühlen sich gewürdigt und können dann am nächsten Tag wieder tüchtig zupacken. Es motiviert ungemein, mal einen Tag etwas Sinnvolles getan zu haben."

 

 

Mein Roman - Lebensglück im Unrechtsstaat?

In letzter Zeit ist gelegentlich diskutiert worden, ob man in der DDR glücklich leben konnte. Natürlich hat jeder Mensch, unter welchen Umständen auch immer, die Möglichkeit, sein kleines persönliches Glück in der Familie, auf dem Gartengrundstück oder beim Briefmarkensammeln zu suchen und zu finden. Das ist so richtig wie banal. Doch darum geht es nicht allein. Die Frage lautet: Gab es ein wirkliches Lebensglück im Unrechtsstaat?

Die Antwort muss wohl lauten: Ja, dieses Glück gab es. Ein "Gespräch über Bäume" schloß eben nicht, wie Brecht meinte, das "Schweigen über so viele andere Untaten" ein. Fröhlichkeit und Lebenslust, Spaß und Ironie waren die wichtigsten Waffen im Kampf gegen die diktatorische Anmaßung, das Leben des Einzelnen bestimmen zu wollen.

Ein wenig später als Abschluß des Prologs:

Die alltägliche Diktatur und der diktatorische Alltag sind nicht voneinander zu trennen. Geborgenheit und Unfreiheit gehörten zusammen. Die Wärme der Gemeinschaft und die kollektivistische Totalkontrolle bildeten eine untrennbare Einheit.

Aus: Die heile Welt der Diktatur: Alltag und Herrschaft in der DDR 1971-1989, Stefan Wolle, Berlin 2013, S. 18

 

Exclusiv im Ersten: Keine Luft zum Atmen | Reportage & Dokumentation Video | ARD Mediathek

Menschen, die täglich mit Atemwegserkrankungen kämpfen, Autokonzerne, die mit zu hohen Schadstoffwerten tricksen, eine Politik, die jahrelang gezielt wegschaut. Wer ist verantwortlich für die schlechte Luft in Deutschlands Städten?

Jürgen Trittin als ehemaliger Bundesumweltminister lehnt ein Interview ab? Dann muss es wohl schlimm stehen?!